KFZ Gutachter in Aschaffenburg

Aschaffenburg ([aˈʃafn̩ˌbʊrk], Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i, lokal: Aschebersch [ˈaʒəˌbɛːʃ]) ist eine stadt mit eigenem Statut im bayerischen Region Unterfranken, Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, größte Stadt der Gegend Bayerischer Untermain und nach Würzburg die zweitgrößte Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken. Die Stadt ist Sitz des Landratsamtes Aschaffenburg und der Bautechnischen Hochschule Aschaffenburg

Geografische Lage

Aschaffenburg liegt an beiden Flüssen Main und Aschaff, am europäischen Rand des Spessarts und am nordwestlichen Eck des Mainvierecks. Sie wird im Westen, Norden und Osten vom Landkreis Aschaffenburg umschlossen. Im Süden grenzt der Landkreis Miltenberg unmittelbar ans Stadtgebiet. Der topographisch allerhöchste Punkt des Stadtgebietes ist am Nordwesthang des Pfaffenberges mit 391,5 m ü. NN (Lage), der niedrigste liegt im Main mit 108,5 m ü. NN (Lage).

Geologie

Das Mineral Aventurin-Quarz findet sich auf unserem Kontinent nur an einige Fassen, nämlich nahebei von Aschaffenburg und in Österreich bei Mariazell bei Steiermark. Ansonsten gibt es es in Europa in größerem Maße insbesondere am Ural.

Stadtgliederung und -umgebung

Maßgeblich zur Statistische Einteilung der Stadt Aschaffenburg nach Ortsteilen ist die Kleinräumige Gliederung 2010. Im Anschluss an die Kleinräumigen Aufstellung 2010 sein die Einwohnerzahlen (Wohnbevölkerung) der Stadtteile und ihre flächenmäßige Größe zweifellos. Danach hatte die Stadt Aschaffenburg in 2013 67.844 Bürger. Sie unterteilt sich in zehn Stadtteile.[2][3]

Ans Stadtgebiet von Aschaffenburg grenzen die Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Süden beginnend): Johannesberg, Glattbach, Goldbach, Hösbach, Haibach, Bessenbach, Sulzbach am Main, Niedernberg, Großostheim, Stockstadt am Main, Mainaschaff und Kleinostheim.

Name

Etymologie

Es wird irrtümlich oft spekuliert, dass die Bezeichnung Aschaffenburg von Ascanius abstammt. Der eigentliche Name Ascafaburc setzt sich aber aus den Wörtern ascafa, das den Fluss Aschaff beschreibt (siehe dazu Name der Aschaff) und dem althochdeutschen burch, für Burg, zusammen.[4]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen der Stadt aus diversen geschichtsträchtigen Speicherkarten und Urkunden:[4]

  • um 700 ascapha(burg)
  • 976 Ascafaburc
  • 982 Ascafaburg
  • 1131 Aschapheneburch

Geschichte

Mittelalter

Aschaffenburg wurde im 5. Jahrhundert von den Alemannen gegründet, erste Siedlungshinweise befinden sich eh durch die Gestrig.

Aschaffenburg. Stich von Matthaeus Merian in der Topographia Germaniae.

Um 975 “gründete” vermutlich nicht Herzog Liudolf von Schwaben das Stiftskapitel St. Peter und Alexander, stattdessen sein Sohn, Regent Otto von Schwaben und Bayern.[6] Als kirchliche Einrichtung, wenn auch nicht auf dem Damm eines Kollegiatstifts, existierte die Klerikergemeinschaft schon weit dereinst. 982 fuhren Stadt und Stift Aschaffenburg von Herzog Otto (mit Zustimmung Adlige Ottos II.) an das Erzstift Mainz (Erzbischof Willigis) über. Seit dem 10. Jahrhundert bis zum Reichsdeputationshauptschluss anno 1803 gehörte Aschaffenburg zum Mainzer Kurfürstentum und war damals die Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Das vom Erzstift Mainz weltlich beherrschte Gebiet war im gesamten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sehr stark fragmentiert, und der gewaltigste zusammenhängende Teil („Oberes Erzstift“) befand sich um Aschaffenburg herum auf dem Gebiet des heute so genannten Bayerischen Untermain. Deshalb war die Stadt ein wichtiger Verwaltungssitz und häufiger Verbleib der Erzbischöfe und Kurfürsten.

Schon seit Jahrzehnten vor 975 wurde mit dem Bau der Stiftskirche St. Peter, später St. Peter und Alexander, angefangen. 989 ließ der Erzbischof von Mainz, Willigis, eine (erste?) Holzbrücke über den Main bauen. Um 1122 befestigte der Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken die Niederlassung bzw. erneuerte deren Fixierung. 1144 erhielt Aschaffenburg das Marktrecht und 1161 Stadtrechte. Noch vor 1346 entstand die Ummauerung der Außenbezirk circa Agathakirche. Im gleichen Jahr bestätigte Erzbischof Heinrich III. von Virneburg die Vorrechte der Stadt.[7]

Aschaffenburg war Mitglied des Rheinischen Städtebundes von 1254/57 und von Anfang des 14. Jahrhunderts bis 1526 Angehöriger des Neunstädtebundes im mainzischen Oberstift.[8]

Neuzeit

Die Darstellung Albrechts von Brandenburg als Hl. Erasmus wo Erasmus-Mauritius-Tafel von Matthias Grünewald

50 Pfennig Notgeld der Stadt Aschaffenburg (1920) von Heinz Schiestl gestaltet und der Unterschrift von Oberbürgermeister Wilhelm Matt

Der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Albrecht von Brandenburg residierte ursprünglich in Halle an der Saale, wo er sich als großer Kunstmäzen erwies und insbesondere Lucas Cranach umfangreiche Projekte erteilte. Als er begründet durch die Ereignisse der Reformation 1541 aus Halle fliehen musste, verlegte er seine Wohnsitz nach Aschaffenburg und nahm viele der gestifteten Kunstschätze mit. So kamen mehrere Cranach-Bilder und ein Reliquien-Kalender – zu jedem Tagesheiligen wurde eine Reliquie gesammelt – in den Besitz der Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Von hier aus führte Albrecht auch mit Martin Luther den bekannten Korrespondenz zum Ablasshandel. Die Stiftsherren von St. Peter und Alexander beauftragten 1516 „Mathis, den Maler“ (heute allgemein bekannt als Matthias Grünewald) mit der Erstellung von Altargemälden. Nach der Zerstörung der alten Burg im Jahre 1552 im Markgräflerkrieg ließ 1605 Johann Schweikhard von Kronberg das Schloss Johannisburg bauen, das 1619 fertiggestellt war.

Ab 1594 fanden unter den Erzbischöfen Johann Adam von Bicken und seinem Nachfolger Johann Schweikhard von Kronberg besonders im Oberstift (den kurmainzischen Gebieten um Aschaffenburg) viele Hexenprozesse mit Vielfältigen von Hexenverbrennungen statt. Zwei der Opfer waren in Aschaffenburg die „Karpfenwirtin“ Margarethe Rücker und die „Kreuzschneiderin“ Elisabeth Blumenstrauß, die am 19. 12 1611 enthauptet und abgebaut wurden.[9]

Von 1631 bis 1634 war Aschaffenburg Teil des Schwedischen Staates in Mainz.

Aschaffenburg – Umzug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Das Stift war um 1700 im Verwaltungsbezirk Odenwald des Ritterkreises Geld immatrikuliert. Im Gerät an die Eindringen der Stadt Mainz durch Französische Republik 1798 wurde Aschaffenburg Sitz der Obrigkeit des Erzstiftes Mainz. 1803 wurde im letzten Kurfürsten von Mainz und Bundeskanzlerin des alten Reiches, Karl Theodor von Dalberg, das Fürstentum Aschaffenburg geschaffen und Aschaffenburg zu deren Berlins. 1810 ging das Fürstentum Aschaffenburg im Großherzogtum Frankfurt auf und Aschaffenburg wurde Verwaltungssitz des Distrikts und des Departements Aschaffenburg. Bis zu seinem Aufgeben am 28. Oktober 1813 zugunsten des Thronfolgers Eugène de Beauharnais residierte Großherzog Karl Theodor von Dalberg meist im Türschloss Johannisburg.

Aufgrund des Pariser Vertrages vom 3. Juni 1814[10] kam Aschaffenburg am 26. Juni 1814 zu Bayern, wozu es seit selbiger Zeit gehört. 1835 bis 1865 war Adalbert von Herrlein Rathauschef von Aschaffenburg. Während der Amtszeit kam es zum raschen Zuwachs der Einwohnerzahlen. 1840 bis 1848 ließ König Ludwig I. von Bayern das Pompejanum errichten. Während des Deutschen Krieges fanden in Aschaffenburg am 14. Juli 1866 Feldzug statt (siehe Gefechte bei Aschaffenburg).

Revolution 1918/19

Im Kontext der Novemberrevolution wurde am 9. November 1918, dem Tag der Ausrufung der Bundesrepublik in deutschen Onlineversandhäusern, in Aschaffenburg ein Arbeiter- und Soldatenrat geformt, wobei die in der Stadt vorhandenen Ordnungshüter bestehen blieben. Nach dem Mord an Bayerns Premier Kurt Eisner verhängte dieser Arbeiter- und Soldatenrat am 23. Feber 1919 den Belagerungszustand über die Stadt, der schon drei Tage darauf wieder aufgehoben wurde. An dem 26. Februar verweigerten zudem die Aschaffenburger Pfarreien das zum Andenken an Eisner angeordnete Glockenläuten. Am 7. April wurde in Aschaffenburg wie in In München und ähnlichen bayerischen Städten die Bayerische Räterepublik ausgerufen. Am 9. April wendete sich das in Aschaffenburg stationierte Jägerbataillon gegen die Räterepublik. Nach einem Ultimatum des Würzburger Generalkommandos der Bayerischen Armee ging dank Verhandlungen die Zeit der Rätedemokratie in Aschaffenburg ohne Blutvergießen zu Ende. Am 26. Mai wurden die bedeutenden Köpfe der Staatsform Rudolf Hartig, Jean Stock, Stefan Eser und Peter Pfarrer wegen Beihilfe zum Hochverrat zu Sanktionierung zwischen eineinviertel und zwei Altersjahren verurteilt.[11]

Jüdische Gemeinde

700 Jahre lang waren jüdische Familien bei Stadt beheimatet. Die Aschaffenburger Juden begruben ihre Toten, wie auch Juden der nahen und weiteren Umgebung, erst einmal in Frankfurt[12] und seit Beginn des 18. Jh auf dem Jüdischen Friedhof (Bezirksfriedhof) im Stadtteil Schweinheim. Dort wird mit einem Gedenkstein sieben jüdischer Einwohner angenommen, die vor ihrer drohenden Deportation 1942 durch Suizid starben.

Während des Jahres 1890 entstand, an beiden Altstadtfriedhof nahe, ein zusätzlicher jüdischer Friedhof. Von jüdischem Leben zeugt zudem das ehemalige Schul– und Rabbinerwohnhaus am Wolfsthalplatz, das die Jüdische Gemeinde 1898 für ihrer, ums Jahr 1698 gebauten und 1887 niedergelegten Kirchengebäude aufgebaut hat. Der 1893 neu errichtete Synagogen-Neubau wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet und vernichtet. Im alleine erhalten gebliebenen früheren Rabbinatsgebäude wurde nach einer Nutzung u. a. als Städtisches Jugendhaus 1984 von der Stadt Aschaffenburg das „Museum jüdischer Geschichte und Kultur“ möbliert. In einer Dauerausstellung wird hier auch über die Jagd und Delikt bei Shoa informiert.

Am nach dem wohltätigen jüdischen Bankangestellter Wolfsthal benannten Platz erinnert eine Epitaph an die Verfolgung und an beiden Mord an etwa 300 Aschaffenburger Juden.[13] Nach wie vor sein in Aschaffenburg Stolpersteine als Denkmal gepackt. In Aschaffenburg gab es von 1925 bis zum Verdammung jüdischer Logen eine B’nai-B’rith-Loge mit dem Namen Philo-Loge. Ihr Logenheim, Lamprechtstraße 21 (heute Größenordnung 37), wurde am 3. Nov 1935 als Andreas-Bauriedl-Haus zum Sitz der NSDAP-Kreisleitung.[14]

Zweiter Weltkrieg

Aschaffenburg war von 1940 bis März 1945 das Ziel von 20 Luftangriffen der Westalliierten. Am 21. Nov 1944 warf die Royal Air Force 14 Tonnen Sprengbomben auf große Teile von Aschaffenburg, besonders im Stadtteil Damm. Etwa die Hälfte der Aschaffenburger wurde obdachlos,[15] 344 Leute starben.

Bei Erwarten lassen der US-Armee im Frühjahr 1945 wurde Aschaffenburg zur „Festung“ erklärt und muss ohne Frage durchgehen. Major Emil Lamberth wurde zum Festungskommandanten auserkoren. Als US-General Robert T. Frederick bemerkte, dass der Antagonismus dortiger Kämpfer stärker als an einer anderen Stelle war, befahl er seinem 157. Infanterie-Regiment vernünftigen Artilleriebeschuss und Luftangriffe auf Aschaffenburg und Dörfer in der Umgebung, um beim darauffolgenden Häuserkampf möglichst ein paar eigene Soldaten zu verlieren.[16][17]

Die US-Truppen erreichten bezüglich der unzerstört gebliebene Nilkheimer Eisenbahnbrücke den Ortsteil Schweinheim und drangen nach Tage währenden Gefechten bei Stille Woche 1945 in die Stadtzentrum vor. Nach den Zerstörungen des Luftkrieges wurden auch durch Artilleriebeschuss bei der Einnahme der Stadt so wichtige Kultur- und Baudenkmäler wie das Türschloss Johannisburg und das Pompejanum noch schwerer beschädigt bzw. zerstört. Nach neuntägiger Verteidigung kapitulierte die Stadt am 3. April 1945.

Nach 1945

Zu Beginn der Nachkriegsjahren wurden die zerstörten Kirchen reproduziert, ab 1954 das Türschloss und ab 1984 das Pompejanum – Bauwerke, die aus dem Bild der Stadt nicht wegzudenken sind. Weitere umfangreiche Gebäude, wie das Deutschordenshaus, wurden nur in Teilen abermals montiert. Vom historischen Rathaus wurde lediglich der Portikus in das Sitzungsgebäude des neuen Rathauses integriert.[18] Erst auf Ausüben einer Bürgerinitiative wurde 1995 das in 1920er Altersjahren freigelegte Holzgerüst des Gebäudes zur weißen Taube, genannt Löwenapotheke, rekonstruiert. Der Bassenheimer und der Dalberger Hof verbleiben wohl dauerhaft ein hoffnungsloser Fall.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Aschaffenburg zur Amerikanischen Besatzungszone. Die US-Militärverwaltung richtete zur Unterkunft so genannter Displaced Persons (DP) ein DP-Lager ein. Das Gros (…) von ihnen stammten durch die Ukraine und aus Polen. Die Aschaffenburger Kasernenanlagen aus der Zeit der Monarchie und in champion Linie des Dritten Reiches wurden im Verlauf des Kalten Krieges deren US-Armee belegt.[19]

Im Sommer 1958 wurde die Anschlussstelle Aschaffenburg-Zentrum der Autobahn A3 dem Straßenverkehr übergeben. Im gleichen Jahr bekam die Stiftskirche St. Peter und Alexander den päpstlichen Titel Basilika minor, wurde also zur Stiftsbasilika St. Peter und Alexander. Im Jahre 1978 initiierte Guido Knopp einen Geschichtsdiskurs, die bis 2008 jährlich stattfindenden Aschaffenburger Gespräche.

Mit der Zeit 1990 bis 1992 sind die US-Militärbasen dicht: Taylor Barracks (ehemaliges Heeresverpflegungsamt, Goldbacher Straße), Aschaffenburg Army Airfield (Militärflugplatz, Mainwiesenweg), Fiori Barracks (ehemalige Pionierkaserne, Christian-Schad-Straße), Graves Barracks (ehemalige Bois Brule-Kaserne, Bayreuther Straße), Ready Barracks (ehemalige Artilleriekaserne, Josef-Dinges-Straße), Smith Barracks (ehemalige Lagarde-Kaserne, Am Funkhaus), Jaeger Kaserne (ehemalige Jägerkaserne, aufgebaut 1896, Würzburger Straße).

Bei Jägerkaserne war bis zum 1. Krieg das 2. Königlich-Bayerische Jägerbataillon zuhause. 1995 eröffnete hier die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt eine Niederlassung (in dieser Zeit Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg). Bald darauf wurde die Außenstandort Aschaffenburg zur selbständigen Fachhochschule Aschaffenburg (heute Technische Universität Aschaffenburg).

2007 wurde das militärische Übungsgelände in den Stadtteilen Schweinheim und Gailbach ein bisschen weniger Besitzer abgegeben.